Landesausstellung 1984 Schloßbergstollen - Graz


Im Rahmen des Steirischen Herbstes wurden die Luftschutzstollen innerhalb des Grazer Schloßberges für temporäre Architektur-Installationen benutzt.
Kada - damals noch in Partnerschaft mit Gernot Lauffer - hängte in die Längsachse eines Stollens einen dünnen, dreißig Meter langen Stein-Stab. Als Beleuchtung diente eine am Boden darunter verlegte Neon-Röhre. In dialektischer Umkehrung der Verhältnisse erklärte der dünne, massive Stab inmitten der Luftröhre des Tunnels die Situation des herausgebohrten, schmalen Stollens in der umgebenden, riesigen Gesteinsmasse des Berges. Zugleich war damit dem archaischen, aushöhlenden Prinzip, das Raum durch die Bearbeitung und Öffnung einer skulpturalen Baumasse erzeugt, ein modernes Motiv entgegengesetzt: das raumkonstruierende Prinzip des Skelettbaus, verdichtet auf die Linie der hängenden "Säule". In der Überlagerung dieser beiden Prinzipien verdeckte der neue Eingriff nicht die alte Situation, wurden beide "Wirklichkeiten" simultan sichtbar - in einer neuen Qualität -, wobei freilich eindeutig war, daß erst die radikale, an die Wurzeln des Vorhandenen gehende Setzung des neuen Motivs die Bedeutung des alten voll präsent und erfaßbar machte.
Mit dieser Installation hatten Kada/Lauffer durch die Überlagerung zweier Systeme den Raum im phänomenologischen Sinne "transparent" gemacht und damit ein Grundmoment angesprochen, das Kadas gesamte Arbeit durchwirken sollte.