Wohnhaus K. - Leibnitz - 1997


Mitarbeiter:

Heribert Altenbacher, Frank Ranz, Josef Ebner, Karl Schantl, Claudia Schmidt, Angelika Vanek

Ein kleines Vorstadthaus im romantischen Stil der Jahrhundertwende wurde generalsaniert und durch einen Zubau und einen Carport erweitert.


An der alten Substanz durfte nichts verändert werden, (sogar die Fenster wurden originalgetreu nachgebaut) lediglich kleinere heterogene Anbauten späteren Datums konnten ebenso wie die unfunktionelle Stiege zum Dachraum abgerissen werden.
An ihrer Stelle entstand ein langgestreckter, sehr schmaler Vorbau, der sich deutlich vom Bestand absetzt und der diesem an der Eingangsseite vorgesetzt wurde. Er enthält neben dem neuen Eingang mit Windfang alle dienenden Funktionen wie Garderobe, Gästetoilette und Küche mit Vorratsraum im Erdgeschoß und ein Bad mit Balkon, einen Schrankraum und den Wirtschaftsraum im Obergeschoß.
Bindeglied wie gleichermaßen Zäsur bildet ein rundum verglaster Dielenbereich als Zwischenraum in beiden Geschoßen. Er enthält auch die Treppe ins Dachgeschoß, das für Schlafräume ausgebaut wurde. Wo die Oberlichtverglasung nicht an die ehemalige Außenwand stösst, greift sie sogar über das steile Dach hinaus, das unter der Glashaut mit Ziegeldeckung und Dachrinne belassen wird. Die Absicht, in sich abgeschlossene Baukörper autonom in Form, Material und Farbe nebeneinander zu stellen, wird auch verdeutlicht durch die Weiterführung der Fassadenfarbe an der Wand des Altbaus im Anschlußbereich.


Der einfache rechteckige Zubau ist als Stahlskelett mit Holzausfachungen und Ortbetondecken ausgeführt und zur Gänze mit Okumè Sperrholztafeln verkleidet, die über die Attika gezogen sind und das flache Dach dahinter verschwinden lassen. Im Bereich der Terrasse, die der Küche und dem Eßraum vorgelagert ist, wurden die äußere Sperrholzwand und die Decke weit über den Baukörper hinausgezogen, um Schutz vor zu viel Sonne, Wind und Regen zu bieten. Diese Maßnahme verlängert die Eingangsfront und läßt das Proportionsverhältnis von Länge zu Breite noch extremer erscheinen. In den weitgehend geschlossenen Körper sind wenige horizontale Fensterbänder und liegende Fensterformate eingeschnitten. Die bündig eingesetzte Haustür in gleichem Material, Fensterleibungen in Sperrholz sowie ein großer Klappladen mit Möbelbeschlägen zum fallweisen Öffnen der Terrassenschutzwand nach Osten sollen die Behandlung der Versorgungsbox wie ein Möbel verdeutlichen.
Die rotbraune Lasur der Sperrholzplatten und das kräftige Petrol der Putzfassade verstärken den Kontrast zwischen alt und neu. Als verbindendes Element zeigen sich die Fenster im Altbau, die im Ton der Plattenverkleidung gehalten sind.
Der Carport für zwei Autos ist dem Eingang vorgeschoben. Eine Box für Gartengeräte, die wie alle Stahl- und Aluteile in anthazitgrau gehalten ist, bildet seine Rückwand und bietet Schutz vor Einsicht in den etwas tiefer gelegenen Garten mit Swimmingpool.

Otto Kapfinger