Mitarbeiter: Gerald Seiner, Ronald Schatz, Heribert Altenbacher, Franziska Euterneck, Claudia Schmidt, Christiane Wencke, Barbara Hatzenbichler, Kilian Kada, Gwenola Gingre, Sladjan Jonaskovich, Alexander Ernst

Städtebau

Im Zuge einer Erweiterung und einer Verdichtung an der unmittelbaren Peripherie der historischen Altstadt Richtung Süden wurde dieses Areal neu strukturiert. Es umfasst ein großes Einkaufszentrum, einen Busbahnhof und der Bereich auf der ehemaligen Nibelungenhalle bildet ein neues städtisches Zentrum, die sogenannte „Passauer Mitte“. Sie findet ihren Anschluss an die Altstadt über die verlängerte Einkaufstrasse der Altstadt. Zwischen dem nunmehr neu zu gestaltenden Klostergarten und einer Hochgararge einerseits, dem Busbahnhof und der Strasse Kleiner Exerzierplatz spannt sich dieses Areal auf. Im nordwestlichen und nordöstlichen Bereich wird dieses Areal von Büro und Geschäftsbauten annähernd winkelförmig bebaut. Der Rest verbleibende Teil gerichtet nach Südwesten und Südosten im Anschluss an den Klostergarten und Kleiner Exerzierplatz ist der verbleibende Teil für die Errichtung des Europäischen Hauses.



Konzept

Das Europäische Haus soll einen Konzertsaal mit den notwendigen Nebeneinrichtungen und dazu Möglichkeiten für Tagungen und touristische Information beherbergen.
Um eine maximale Integration in das vorhandene Stadtgefüge und der Struktur zu erreichen, ist eine Vernetzung und Erweiterung der bestehenden Erschließungs- und Verkehrswege der Stadt notwendig. Eine Durchwegung des neuen Areals in eine annähernd Ostwest- und Nordsüdverbindung bildet einen wesentlichen Bestandteil des Nutzungskonzeptes.
Im Schnittpunkt dieses Verkehrsnetzes befindet sich das geplante Konzerthaus.
Aus dieser Logik entwickelte sich das Konzept für ein Konzerthaus als integrativ urbanes Element eines Weges in der Stadt. Nicht isoliert, als Einzelbauwerk mit dem Anspruch eines Solitärs zu betrachtende Architektur, sondern Teil eines Stückes Stadt räumlich mit seiner unmittelbaren Umgebung verbunden.




Die winkelförmig das Areal umschließende Bebauung bildet nunmehr mit ihren Fassaden den Abschluss und bildet zugleich mit ihren Fassaden die äußere Fassade des Konzerthausareals. Die Fassaden oder raumabschließenden Elemente zum Klostergarten und zum Kleinen Exerzierplatz werden neu erstellt. Somit entsteht ein Großraum in dem der Konzertsaal allein als skulpturales Element steht. Die Fassade zum Kleinen Exerzierplatz mit den Konzerthaus Nebenfunktionen (Verwaltung, Künstlerräume) bildet den Rücken
(Rückwand) und gleichzeitig den Abschluss dorthin. Zum Klostergarten wird die Offenheit mittels einer transparenten Fassade erreicht.
Das darüber liegende „Dach“ definiert eine Fläche mit Abstand zu der bestehenden winkelförmigen Bebauung, die als verglaste Zäsur eine glasbedeckte Galerie oder Passage zeichnet. Sie belichtet den Weg und Durchgang in südwestlicher Richtung zum Klostergarten und in nordöstlicher Richtung die Durchquerung des Raumes zum Kleinen Exerzierplatz.
Allesamt wird eine große neutrale Fläche überdeckt, die neben dem Konzertsaal darüber hinaus das Forum ausmacht. Dieses Forum ist eine als durchwegungserweiternde städtische Fläche zu sehen auf der neben Konzerthausnutzungen viele andere urbane Aktivitäten stattfinden können. Das gesamte Raumerlebnis soll eine ähnliche städtische Wirkung vermitteln, wie die großen Galerien und Passagen in Rom, Neapel, Milano und Paris.



Nutzung

Der Konzertsaal hat im südöstlichen Bereich alle seine notwendigen Nebenräume, wie die Verwaltung, Organisation, Künstlerräume und seine infrastrukturellen Zonen, wie die Technik, Garderobe, sanitären Einrichtungen als lineare Spange mehrgeschossig seinen Abschluss zum Kleinen Exerzierplatz. An der südöstlichen Ecke befindet sich ein Studioraum für Mehrfachnutzung. Teile dieser Spange beinhalten auch Tagungs- und Seminarräume.
Der Konzertsaal selbst ist für große Konzerte gedacht, der räumlich und akustisch ein Maximum bietet, sodass er auch in seinem formalen Duktus sichtbar das Zentrum der Anlage darstellt. Seine Ausstattung auch für Tagungszwecke verspricht auch für diese Nutzung eine hohe Attraktivität
Auch sollen die temporär verschließbaren Bereiche im Südwesten des Forums einer ebensolch hohen Anforderung gerecht werden.
Der restverbleibende Bereich, die Forumsfläche besteht zu einem Teil aus temporär akustisch und optisch verschließbaren Räumen und Flächen, die für verschiedenen Nutzungen, wie Veranstaltungen, Ausstellungen, Feste und vergrößertes Konzerthausfoyer dient. Diese freie Fläche ist mit eigens entwickelten Paravants oder Trennwänden je nach Nutzung zu teilen oder zu trennen. Für viel verschiedene Nutzungen ist eine Gleichzeitigkeit gegeben, sodass bei einer immer offenen Durchwegung dieser Forumsfläche eine große Anteilnahme und Beteiligung über den Tag möglich ist.
So entsteht hier entlang eines Stadtweges eine Durchwegung einer kulturellen Zonierung, die nicht ausschließlich der klassischen Kultur gewidmet ist.
Die optische Beziehung zum Klostergarten vermittelt auch eine Integration des Grünraumes in die atmosphärisch szenische Stadtszene des Forums.
Natürlich ist auch an eine Integration der angrenzenden bestehenden Bebauung in das Forum mit ihren Erdgeschossnutzungen möglich und beabsichtigt.





Konstruktion

Das Forum selbst und der Konzertsaal werden über einer schon bestehenden zweigeschossigen Tiefgarage errichtet. Es bedingt einer Konstruktion mit hohen Spannweiten. Die Dachkonstruktion ist aus Stahl, der Saal selbst eine Betonkonstruktion, die mehrschalig außen und innen (hohe akustische Maßnahme) verkleidet wird. Die Spange im Südosten liegt außerhalb der Tiefgarage und besitzt 5 Geschosse, davon zweieinhalb Tiefgeschosse. Die Konstruktion ist eine Stahlbetonkonstruktion mit Stützen und Decken mit einer entsprechenden eigenen Gründung. Die Fassaden werden entsprechend der inneren Nutzung aus Glas, Stein und verputzten Flächen gedacht und werden in diesem Bereich vom notwendigen Sonnenschutzkonstruktionen geprägt. Die Fassaden des Forums, die ja jetzt nur mehr aus dem südwestlichen Bereich und in einem geringen Anteil aus dem südöstlichen Bereich besteht, sind transparente Glaskonstruktionen. Zum Klostergarten werden großzügig öffenbare Elemente etabliert, um den Park als Teil des Forums zu integrieren.