Aufbahrungshalle FRIEDHOF ST.MARX, Linz

Wettbewerb 2006

Team:
Claudia Schmidt,
Barbara Hatzenbichler,
Josef Ebner,
Gerald Seiner,
Peter Eppich,
Ronald Schatz,
Kilian Kada

Modell: Patrick Klammer
Renderings: Kilian Kada

Der Waldfriedhof…

Der klar strukturierte und sehr schöne Waldfriedhof der Stadt Linz ist axial- symmetrisch angelegt. Ein rasterförmiges Wegenetz überspannt das dicht bewachsene Friedhofsareal.
An Wegkreuzungen, die Waldlichtungen gleichen, unterstützen Obelisken und Denkmale die Idee einer hierarchischen Wegeführung. Die Hauptachse der historischen Anlage, an der sich alle wichtigen administrativen und organisatorischen Einrichtungen befinden, erstreckt sich von Südost nach Nordwest. Umso bemerkenswerter ist der Umstand, dass dieser zentrale Weg im Hinterhof eines Steinmetzbetriebes endet. Dies ist nicht nur aus piethätischer Hinsicht zu hinterfragen, sondern unserer Meinung nach auch städtebaulich und architektonisch ein Fehler, den es zu korrigieren gilt.

…und seine gedeckte Lichtung

Ein über dieser historischen Hauptachse schwebendes Dachvolumen überdeckt den neuen Vorplatz, die neue Aufbahrungshalle, das bestehende Verabschiedungsgebäude und dient als Identität stiftendes symbolisches Element.
Eine Wasserfläche bis zur nordwestlich gelegenen Seitenstrasse, der Wienerstrasse, markiert den neuen großzügigen Zugang des Areals und unterstützt gemeinsam mit dem Dach die zeichenhafte Betonung dieses Konzeptes. Die Hauptachse des Friedhofs sollte freigestellt und somit betont werden. Unter dem leicht anmutenden Dachkörper flankieren Pavillons mit allen notwendigen Einrichtungen (anstelle der jetzt bestehenden Bebauung) die neue Aufbahrungshalle. Sie entlässt die Trauergemeinde wie auch den Verstorbenen durch eine Schwelle des besonderen Lichtes. Oberlichtbänder und großzügige Verglasungen ermöglichen den Kontakt zur Natur. Im West- Pavillon, vom Haupteingang rechts, befinden sich Arbeitsräume mit hoher Aufenthaltsqualität.
Der östliche, links vom Haupteingang befindliche Teil, ist für die organisatorische und kirchliche Betreuung der Trauernden zuständig.
Der Weg führt von hier über einen Vorhof zur Verabschiedungshalle, deren Dachkonstruktion aber entfernt wird, um einen höheren Raumeindruck gegenüber der Aufbahrungshalle zu erzielen.
Die gemeinsame Überdeckung durch das Lichtdach bildet den Rahmen einer zeremoniellen Sequenz, die sich entlang der Hauptachse mit Wasserfläche, Vorplatz, Aufbahrungshalle und Friedhof darstellt.
Ein einheitlicher Bodenbelag erstreckt sich über den Vorplatz und den gedeckten Bereich und soll von hohem und dichtem Baumbewuchs bis zur Wienerstrasse umsäumt werden, um den Charakter des Waldfriedhofes an diesem Ort artifiziell zu unterstützen.